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Freitag, 3. April 2020

Ostern

viele sind traurig, dass das alljährliche Familientreffen, der österliche Brunch mit Freunden, die Reise zu den Großeltern...dieses Jahr ausfällt.
Fast fällt es ein wenig schwer, sich über das Licht, die wärmende Sonne, das Vogelkonzert, über all das Wachsen und das erwachende Leben richtig zu freuen.
Da sind Sorgen, Überforderung, Mitleid, zu viel Arbeit...oder zu wenig. Jede*r trägt daran.
 
Aber, ob gläubig oder nicht: Ostern ist die Zeit des wiedererwachenden Lebens. Und das feiern wir eigentlich alle  gerne.

Ich greife hier eine Idee aus Süddeutschland auf und fände es toll, wenn sie ein bisschen einsickern würde in unsere Dorf- und Stadt- gemeinschaften:

Schmückt Eure Fenster, ganz nach Geschmack und Gesinnung österlich, frühlingshaft. Vielleicht mit einer Botschaft an Nachbarn und zweisame Oster- Spaziergänger. 

Ich habe es, erstmal in Richtung Garten, schon mal ausprobiert:
 




 Auf Verpackungsfolie( hier: von Leinwänden) habe ich mit weißer Farbe meine Botschaft gemalt.




 Die Folie habe ich mit etwas Tesafilm von innen an das Fenster geklebt. Ein paar Grünpflanzen darunter, eine Kerze...




Und draußen ein paar grünende Zweige dazugestellt. 
Erstmal nur zwei ausgepustete Eier. Mehr habe ich noch nicht...:-)




Fertig ist ein freundlicher Ostergruß in die Welt.



Wenn Viele mitmachen, gibt es viel zu sehen und zu freuen an Ostern.

Bleiben wir verbunden! 

Montag, 30. März 2020

Sehr schnelle Maske

 Darum auch gut geeignet für "Massen"produktion. 
Hier aus Leinentischdecke und TShirt. Kochbar oder im Backofen bei 80 Grad sterilisierbar. So empfiehlt es der Virologe.


Zum sich selbst und andere schützen, zur Höflichkeit, zum Schenken, zum Zeitvertreib.
Nicht zertifiziert, aber besser als nix. 















Mittwoch, 4. März 2020


 WIR sind mehr. Seien wir laut und deutlich!





BITTE DIESEN BRIEF KOPIEREN UND SO (ODER ÄHNLICH) AN FRAU VON DER LEYEN SCHICKEN:
ec-president-vdl@ec.europa.eu



Sehr geehrte Frau von der Leyen,
gestern sah ich Berichterstattungen über Ihre Reise an die Türkisch - Griechische Grenze. Ich sah Ihr buchstäbliches Überfliegen der Situation und hörte die von Ihnen geäußerten Konsequenzen, die aus der "Situation" erfolgen soll:
Das Wort "Hilfe" gebrauchen Sie nur im Zusammenhang damit, Griechenland zu helfen, die Europäischen Grenzen zu "sichern". Das heißt, Hilfesuchende wie Invasoren zu behandeln.

Daraus kann ich nur noch schließen, dass die europäischen Werte, dass die christlichen Werte an dieser Grenze, genau wie in den sogenannten Flüchtlingslagern auf Lesbos, gerade endgültig zugrunde gehen.

Ich bin Christin und verstehe den Minimalkonsenz, den wir Christen verstanden haben sollten von der Botschaft des Jesus von Nazareth darin, dass wir Gottes Liebe sichtbar machen sollen zwischen den Menschen. Das nennt man z.B. Barmherzigkeit.
Nach den unvergleichlichen Grauen der ersten Häfte des letzten Jahrhunderts hatte Deutschland sich dieser Werte wieder erinnert, Europa war ein Hoffnungsschimmer gegen die Barbarei.
Und nun geht diese Hoffnung mit jedem Einsatz gegen die hilfesuchenden Menschen verloren.


Ich habe, genau wie Sie, mitbekommen, dass allein in Deutschland über 140 Städte bereit sind, und das auch öffentlich erklärt haben, die Menschen, vor allem die Familien mit Kindern, aufzunehmen, denen das Leben auf Lesbos nur noch eine einzige Qual ist.
Das alles wissen wir und wissen Sie. Tausende stehen bereit, zu helfen. Und Sie öffnen keinen sicheren Korridor für die Familien, für die Kinder, die verkommen in diesen grauenhaften Lagern.
Mit diesen Menschen, die wir dort verkommen lassen, verkommt unsere Würde.

Wir lassen die Würde Europas verkommen. Ich schäme mich zutiefst!

Ich fordere Sie auf, unverzüglich sichere geordnete Wege für die leidenden Menschen in den Lagern von Lesbos zu bahnen.
Lassen Sie sich nicht von rechten Hetzern und damit von der Angst vor Wahlen vor sich hertreiben. Auch nicht von erpresserischen Despoten wie Herrn Erdogan. Diese sind nur lauter. Aber WIR sind mehr.

Ich appelliere als Christin, als Europäerin und als deutsche Bürgerin: Opfern Sie nicht die Menschen und die Würde Europas.
Sonst sind wir verloren!


Hochachtungsvoll

Mittwoch, 15. Mai 2019

Maria 2.0 (klick
mit offenen Mündern!




Über das Schweigen 


“Das Weib schweige in der Gemeinde“. So und ähnlich schreibt Paulus. Und tatsächlich wird uns dieser Satz aus dem Paulusbrief grade des Öfteren zu Gehör bzw. zu Augen gebracht. Ebenso das Schweigen Marias, das wir nicht zu schätzen wüssten, dessen wir uns frech bedienen würden.

Maria , so heißt es, bewahrte alles in ihrem Herzen. Sie hatte dort einen Schatz.

Hatte Jesus eine schweigende Mutter? Hat sie nicht geredet und gesungen, wovon ihr Herz voll war? Hat sie das Magnifikat mit geschlossenem Mund gesungen?

Sie hat ihren Sohn sprechen gelehrt. Sie hat ihm den Schatz ihres Herzens bestimmt nicht vorenthalten. Sie hat ihn mit ihm geteilt. Mitgeteilt.

Politisch, gesellschaftlich waren Frauen in der Zeit Marias und Jesus’ ohn-mächtig. Sie hatten zu schweigen. Das Schweigen der Ohnmacht ist aber kein Gold. Es ist bleiern.






Es gibt  Schweigen, das ist golden. Das ist ein Segen:

Da ist das Schweigen vor Gott, das scheue Schweigen. Das Schweigen und Hineinhören in Gottes Liebe. Es ist voller Demut. Es ist frohmachend und stärkend.






Da ist ein Schweigen aus Klugheit. Mütter, und Väter, sollten dieses Schweigen beherrschen, wenn sie ihre erwachsenen Kinder als freie Menschen respektieren wollen, die ihren Weg finden wollen und müssen. Auch Maria mit ihrem Schatz im Herzen, beherrschte es, sie ließ ihren Sohn frei.

Streitend sollte man dieses Schweigen im richtigen Moment beherrschen, um den Streit Früchte tragen lassen zu können, indem man z.B. das letzte Wort nicht hat, sondern es dem oder der Anderen überlässt. Nicht aus Berechnung, sondern als ersten Schritt des Entgegenkommens, der Versöhnung.

Kluges Schweigen kann auch pädagogisch sein, wenn man z.B. ein Kind sich seine eigenen Gedanken und Ideen entwickeln lässt, es denken lernen übt, es nicht ständig belehrt, nicht vorgreift. Sich mitfreut über seine Freude am eigenen Entdecken.





Da ist das Schweigen des Mitgefühls. Des Zuhörens und des Mit- Aushaltens. Wenn alles Reden unangemessen wäre, wenn jedes Wort nicht Trost, sondern Übergriffigkeit bedeutet. Wenn es einer Solidarität der Ratlosigkeit bedarf.







Und da ist das andere Schweigen. Das bleierne Schweigen. Ein Schweigen aus Angst.  Ein Schweigen aus Resignation. Ein Schweigen Unrecht gegenüber. Ein Schweigen aus Unterwürfigkeit. Ein Schweigen der Berechnung.

Das ist Schweigen wider besseres Wissen. Das ist Devotismus.

Dieses Schweigen ist nicht stärkend und  angemessen, sondern unheilvoll. Es stärkt die Angst, das Unrecht, die Vorteilnahme und Korruption, die Ungerechtigkeit. Es hemmt Entwicklung.

Dieses Schweigen ist die Schwester der Lüge.



 Wenn uns Menschen in diesen Tagen mit Bibelzitaten beweisen wollen, wie unrecht wir haben mit unserer Initiative Maria 2.0, so wird nicht nur Paulus, sondern auch gerne aus dem alten Testament zitiert.
Ich möchte kein Testament durchsuchen, um jemand anderem zu beweisen, dass er/sie falsch glaubt. Die Deutsche Bischofskonferenz wirft uns Vereinfachung vor.

Ja,  es gibt Dinge, zu denen schweigen wir auch gerne. Weil wir, zumindest ich persönlich, keine oder kaum Ahnung habe von ihnen. Kirchenrecht, Dogmatik, Kirchengeschichte...ich bin keine Theologin.

Aber da gibt es genug kluge, studierte Frauen und Männer vom Fach, die sich seit Jahrzehnten versuchen Gehör zu verschaffen. Und wenig durchdringen, wie man hört.

Wir führen eine einfache Sprache, und trotzdem schweigen wir nicht. Immer mehr und mehr mit uns schweigen nicht. Weil das Herz so voll ist. Weil weiter Schweigen Unrecht wäre.




Wir glauben, dass viele Bischöfe und Kardinäle von zu vielen Abnickern und Jasagern umgeben sind. Von berechnenden Schweigern. Man sagt uns, in der römisch katholischen Kirche kann nur Karriere machen, wer schweigen lernt über bestimmte Themen, Zweifel  nicht laut werden lässt, Sehnsucht verbirgt, und möge sie noch so sehr das Herz erdrücken. Wo bleibt da die Wahrheit, die frei macht? Solches Menschenwerk  führt zur Erstarrung.



Jesus lebt. Er lebt, weil er bei uns ist und mit uns ist in unserer Zeit. Er ist mit uns in 100 Jahren Frauenwahlrecht. Er ist mit uns in  neuen Erkenntnissen der Wissenschaft. Er ist mit uns in den Menschenrechten. Er ist mit uns in jeder Befreiung von Unterdrückung. Er ist mit uns im goldenen Schweigen. Im Lobpreis und im Verkünden.

Wir müssen ihn am Leben lassen.



Wir müssen reden! Ohne Schweigegebot und Worthülsen. Direkt und ausführlich. Wir müssen nicht Dialog sagen und Ignoranz tun.

Dienstag, 14. Mai 2019


 


Maria 2.0

Und nun: mit offenen Mündern.





Warum wir auf dem Weg sind- und doch bleiben

Warum geht Ihr nicht?    Geht doch, wenns Euch nicht passt!!        Macht doch was ganz Neues!
Drei von vielen Reaktionen auf Maria 2.0. Ich bin in der katholischen Kirche, seit ich am Tag meiner Geburt getauft wurde.
Das Leben der Kindheit war eingebettet in den Reigen des Kirchenjahrs. Von Anspannung zur Freude, von Ungeduld zur Erfüllung, von Verzicht zur Sinnenfreude, von Langeweile zur Begeisterung- alles eingebettet zwischen Weihnachten und Ostern, zwischen Pfingsten und Weihnachten.
Der Glaube war nicht nur die Sonntagsstunde in der Kirche. Er war Teil des alltäglichen Lebens. Kein Essen ohne Dank, kein Aus-dem-Haus-Gehen ohne Segen, kein Schlafengehen ohne Nachtgebet, kein Namenstag ohne Schokolade, keine Fastenzeit ohne Verzicht.
Geborgen war es. Streng war es. Im Heranwachsen immer schwieriger, je mehr Fragen nicht beantwortet wurden, weil man nicht, schon gar nicht als kleines Mädchen, zu hinterfragen hatte.

Heute stellen wir die Fragen. Laut und deutlich. Wir tun es, weil die Kirche wie unsere Haut ist, die wir uns nicht vom Leibe reißen können, ohne uns zu verletzen. Weil wir mit ihr (über)leben wollen.
 Sie ist Teil unserer Identität.
Sie ist wie ein geliebter Partner, der sich zurückgezogen hat, der seine Stärke nicht mehr spürt und deshalb meint, alles bestimmen zu müssen. Der seine Zärtlichkeit verloren hat  und launisch geworden ist. Der sich nicht mehr über das gute Essen freut, dass man ihm hinstellt. Der nicht mit uns sauber macht, nicht den Feudel schwingt und hilft den Staub aus den Ritzen zu kehren. Der seine Kinder nicht mehr anschaut, nichts aufregendes mit ihnen unternehmen mag, sie immer die gleichen Wege führt, ihre Neugier lästig und ihren Freiheitsdrang bedrohlich findet.

Wir lieben ihn aber.  Wir haben Liebeskummer.

Wir möchten mit ihm reden.
Aber er sagt: „Nicht in diesem Ton!“
Wir möchten mal tanzen lernen mit ihm.
Aber er sagt:“ Das haben wir doch noch nie gemacht!“
Wir möchten mit ihm wandern gehen auf abenteuerlichen Wegen.
Aber er sagt: „ Ich kenne die Wege. Alle anderen führen in den Abgrund“.
Wir wollen die Fenster aufreißen.
Aber er sagt: „Es zieht“.
Wir schreiben ihm ein Gedicht.
Aber er sagt: „Interessiert mich nicht.“
Wir möchten mit ihm beten
Aber er sagt: „ Du machst das falsch.“

Wir sind gebunden. Wir haben Kinder. Wir haben ein Haus. Wir haben Verantwortung.

                                                         verANTWORTung

Er ist nicht bereit für eine Paartherapie.

Darum fangen wir schon mal an.
Mit Aufräumen. Mit neuen Wegen. Mit Tanzen lernen. Mit Reden.
Vielleicht schaut er ja zu. Vielleicht wiegt er sich schon ein bisschen zur Musik. Vielleicht wird er neugierig. Vielleicht betört ihn die Poesie. Vielleicht bekommt er ein zärtliches Gefühl.

Wir fangen einfach an. Komm doch mit, Geliebter. Bleib nicht auf Deinem alten Sessel sitzen. Schau mal, der Stoff unter Deinem Hintern ist schon ganz dünn geworden. Wir lassen ihn neu beziehen. Auch aufpolstern. Dann sitzt Du höher, aufrechter. Nicht so eingesunken. Ist auch besser für Dein Rückgrat.
Komm, wir machen die Fenster auf. Die Sonne scheint. Morgen tapezieren wir neu.
Und diese Wand, die kann weg- dann wird hier alles etwas weiter. Und wir kochen ein leckeres Essen, zusammen mit den Kindern. Nach dem Rezept von meiner Mutter. Aber mit diesem neuen Gewürz. Oh ja, dann machen wir die Türen auf! Die Nachbarn sind doch eigentlich nett! Wir laden sie schon mal ein. Weißt Du was, den Zaun im Garten zu den Nachbarn, den sollten wir abreißen.  Dann können die Kinder auch viel besser zusammen spielen. Und wir sitzen im großen Garten mit den Nachbarn und lernen sie endlich mal besser kennen. Komm, steh auf Geliebter. Komm doch! Komm, wir fangen an. Keine Angst!    


 

Freitag, 1. Februar 2019

Nicht müde werden, sondern dem Wunder, 
leise wie einem Vogel, die Hand hinhalten
                                                                                                                 
                                                                                                                     Hilde Domin 





Wer hier regelmäßig liest, dem ist nicht verborgen geblieben, dass ich mit der Botschaft des Jesus von Nazareth viel anfangen kann.
Wenn mein Christsein hier sichtbar wurde, dann eingebettet in mein Tun, mein Kunstschaffen, meine politische Meinung. So wie es mein Leben durchwirkt, so scheint es auch beim Blogschreiben immer wieder durch. 
Ich bin halt keine Sonntagschristin.
Heute nun rückt mein Christsein in die Mitte eines Posts.



Ich komme aus einer katholischen Familie. Das Selbstverständnis, katholisch zu sein, haben wir mit der Mutter- nein, Flaschenmilch, aufgesogen. Es beinhaltete Gebete am Morgen, Mittag, Abend genauso, wie den täglichen Rosenkranz im Oktober, den Sonntäglichen Kirchgang( nüchtern) die Frühkommunion mit fünf Jahren, die Beichte, und überhaupt all die Riten und kleinen katholischen Selbstverständlichkeiten, die man tat als Kind, die man gar nicht verstand und meistens stinklangweilig fand.
Das kindliche Mitleid mit den "Heiden" (sprich den evangelischen Christen- sorry!) gehörte auch dazu. Meine alte Tante hatte einen Spruch, wenn sie über evangelische Bekannte sprach: "Sind evangelisch, aber gute Leute"- Der Gipfel der Ökumene!




Mit zwölf Jahren habe ich mich dann kurzzeitig einer geistlichen Gemeinschaft zugewandt, die das Evangelium in die Mitte des Lebens holen und ernst nehmen wollte. Das hat mich fasziniert. Keine Nerzmäntel in der ersten Kirchenbank, keine frischpolierten Autos vor der Tür, keine diamantenen Fingerringe, sondern Teilen, Beten, Singen, Verstehen. 
Leider war diese Gemeinschaft aber auch Meister im Schuldgefühle- Auslösen. Da standen sie ganz in katholischer Tradition. Also bin ich da weg.
Dann wurde es wild. Ich war 14 Jahre alt, man schrieb das Jahr 1974, und in der katholischen Akademie gab es jeden Samstag wilde Messen.  Die Musiker waren großartig und zum Anschmachten hübsch mit ihren langen Haaren und ihren coolen Rhythmen. Und unser wirklich toller Jugendpriester ließ uns machen. Ich erinnere mich an ein riesiges Kreuz aus Müll, das wir bauten aus Protest gegen die Konsumgesellschaft, die Liturgie war so frei, jede r konnte mitreden. Wir reichten den Kelch herum, saßen auf dem Boden, tanzten, wenn uns danach war.




Dann folgten viele Jahre, die ich heute als sehr fern meiner Spiritualität bezeichnen würde. Ich hatte aber immer ein Grundgefühl von Beschütztsein, im Grunde einen konservierten Kinderglauben. Der hat mich auch durch manche Stürme getragen. Aber eine Auseinandersetzung fand kaum statt. Früh kam mein erstes Kind, es war viel zu tun. Gebetet habe ich mit meinen Kindern. Jeden Abend. Ich wollte ihnen immer mitgeben, dass es eine Instanz gibt, die auch noch da ist. Dass Dankbarkeit etwas bereicherndes ist. Und daß Angst in Vertrauen gewandelt werden kann. Mein Glaube war nie groß. Er war aber selbstverständlich. Die Kirche war mir dabei vollkommen unwichtig. Inzwischen war die Aufbruchsstimmung in der Kirche auch verweht und unsere Helden in Südamerika bekamen ernsthafte Schwierigkeiten mit den und dem Oberhirten. Theologen und Theologinnen, die vorgestrige Strukturen und Glaubenssätze  der Kirche benannten und anprangerten, und daß Klerikalismus und Verklemmung  zu Ausgrenzung und Unheil führt, wurde ein Maulkorb verpasst. Das alles ist bekannt. Ich konnte mit dem "Verein" gar nichts mehr anfangen.





Erst als mein drittes Kind sich auf die Erstkommunion vorbereitete, entschloss ich mich, auch eine Gruppe zu übernehmen. Ich hatte mich sehr angefreundet mit dem Franziskaner, der damals unsere Gemeinde leitete. Er schrieb mir nicht vor, was ich "meinen" Kindern zu erzählen hatte. Ich versuchte für mich zu begreifen und zu formulieren, was das alles heißt,  die Sakramente, die Riten, die Gemeinschaft, Gott. Und merkte, dass die Riten ein Boden für mich sind. Nicht mehr. Aber auch nicht weniger. 

Heute glaube ich, dass Jesus den Wandel durch Liebe ins Zentrum seiner Botschaft gestellt hat. 

Das Gegenteil davon ist Erstarrung, Beibehaltung des "immer schon so". Das Gegenteil davon ist der seit Jahrtausenden die katholische Kirche prägende Klerikalismus. Das Gegenteil davon ist die Machtfülle von Amtsträgern, die sie mit aller Kraft, mit aller Gewalt, mit aller List und Tücke, mit Ränken und politischen Winkelzügen durch die Jahrhunderte gerettet haben.

Das Ergebnis dieser, durch angstgetriebene Machtgier befeuerten, Erstarrung waren und sind unglaubliche Veletzungen, grausame Gewalt, Mißbrauch, Bereicherung und weltliches Protzen. Und Ausgrenzung der Hälfte der Menschheit, der Frauen.






Eine einzige Frau jedoch ließen die Herren immer schon in ihre Mitte: 
Maria. 
Sie stellten sie auf den Sockel der Heiligen-Verehrung, der Keuschheit und der Tugendhaftigkeit. Wo sie zu schweigen hatte. (Es gibt gar die Legende, Bernhard von Clairvaux hätte ihr den Mund verboten, als sie es wagte, ihn anzusprechen!) 
Ein unerreichbares Beispiel für uns Frauen haben sie da geschaffen. Magd sein. Gehorchen. Leiden. Bescheiden sein....


Die Frage der Jungfräulichkeit Mariens wurde zur verstörend  voyeuristischen Gretchenfrage. Denn sie bestimmt das Frauenbild, dass die römisch katholische Kirche noch immer vermittelt, an das sie glaubt und das ihre männlich klerikale Macht erhält. 
Heilige oder Hure. Die ewige Eva, die den Teufel ins Leben holt oder die Jungfrau, die ihn draussen hält, indem sie die Männer nicht verstört mit ihrer Weiblichkeit. Gesunde Söhne des Patriachats mußten immer schon Herr über die Jungfräulichkeit sein. Nur so konnten sie die Kontrolle behalten. Weibliche Sexualität ausserhalb der Ehe bedeutet Kontrollverlust. Sehr sehr gefährlich! Darum ist sie des Teufels.
 Wenn auch all die Marianische Jungfräulichkeit auf einer (bewussten) Fehlübersetzung beruhte: 
Aus der "jungen Frau" wurde kurzerhand die "Jungfrau".

So wurde Maria immer schon mißbraucht. Da steht sie und muss schweigen. Eine erstarrte Männerfantasie. Die ihr seltsames Frauenbild prägt.





Der sogenannte "Mißbrauchsskandal" zeigt die Spitze des Eisberges. Verstörend ist, dass von Kirchenleuten immer noch gesprochen wird, als sei der eigentliche Skandal das Hervorbrechen der Wahrheit. Selbst Leute aus dem kirchlichen Umfeld, die sich Veränderung wirklich wünschen, sprechen immer wieder von "dem Skandal, der die Kirche erschüttert" oder von dem "schrecklichen Jahr 2018 für die Kirche". Und merken gar nicht, was sie da sagen. So tief sitzt diese Kirchensprache.
Dabei ist der Skandal doch die unglaubliche Gewalt und Ausgrenzung, die  Menschen durch Kirchenleute erlitten und erleiden.
 
Wir Frauen haben darum einen offenen Brief an Papst Franziskus geschrieben:
Im Februar tagt in Rom eine Konferenz über den massenhaften Mißbrauch durch Kirchenleute. Und darüber, was zu tun ist dagegen.
Wir Frauen hätten da ein paar Ideen. 



Wir holen Maria von ihrem Sockel, in unsere Mitte, und rufen alle Frauen zu einem "Kirchenstreik"auf:


Von Samstag, 11. bis Samstag, 18. Mai 2019 betreten wir keine Kirche und tun keinen Dienst. Wir alle wissen, wie leer dann die Kirchen sein werden und wie viel Arbeit unerledigt bleiben wird.

Wir bleiben draußen!

Wir feiern die Gottesdienste auf den Kirchplätzen, vor den Kirchentüren.

Wir tanzen, singen, beten, finden  neue Worte und neue Ausdrucksformen!

Wir sorgen für Leib und Seele und heißen auch die Männer willkommen!

Wir bringen weiße Betttücher mit. Wir bedecken die Plätze mit dem Weiß der Unschuld, mit dem Weiß der Trauer und des Mitgefühls. Die weißen Tücher können beschrieben, bemalt, besudelt werden. Sie können verknotet werden zu langen Ketten und riesigen Buchstaben... Es gibt bestimmt noch viel mehr Ideen!

Umgeben wir unsere Kirchen mit der Farbe des Neuanfangs !!

 
Bitte lest den Brief und unterstützt unser Anliegen mit Eurer Unterschrift!
Hier gehts zum Brief:
Bitte hier entlang

und hier gehts zur Facebookseite von Maria 2.0 (die grade heranwächst)


 

Samstag, 22. Dezember 2018

                   Frohe, gesegnete Weihnachten!
                               
                                     * * *



Ich melde mich im nächsten Jahr. Mit all den Post- und sonstigen Freuden. Kommt gut durch!

Mittwoch, 19. Dezember 2018

Adventspost 
die der anderen und die meinige

Heute zeige ich Euch die wunderbaren Karten, die bisher von der Adventspost -klick- bei mir eingetroffen sind. Die ersten vier hatte ich schon gezeigt.

Ich werde nicht auf die wenigen Blogs verlinken( in unserer Gruppe gibt es nur wenige Bloggerinnen), sondern die
 "Blognamen"nennen, auf die man bei entsprechender Suche sofort stößt.
Nenne ich nur einen Vornamen, so hat die Künstlerin keinen Blog.
Alles klar? Los gehts ( immer von links nach rechts):




Danke Euch: Verena, Milena, Corinna, "allesbiggi", Kerstin, 
und die letzte ist die meinige. 



Auch Euch herzlichen Dank: Ingrid, Heike, "viel-krempel", Evelyn


Und dann kam noch Extrapost von
"jahreszeitenbriefe", "ulkau" und Birgitta . Danke Euch!!




"die Birgitt" hat mir wieder eine große Freude gemacht mit ihrem Jahreskalender 2019, voll mit ihren wunderbaren Fotos und bereichernden Sätzen. Danke für diese Freude für ein ganzes Jahr!



Und von "lemondedekitchi" kam diese sehnsuchtsvolle Collage.
Ich habe mich sehr gefreut. Hab lieben Dank! 




 
Von "augengeblicktes" kam diese wunderbare Illustration eines Gedichtes von Elisabeth Borchers. Ein Traum! Danke!


 
Und hier noch meine Karten:










Es geht um den Novalissatz:
Wohin gehn wir denn?   Immer nach Hause...
Den habe ich auf alle Karten geschrieben, nachdem ich aus meinen Gellidrucken( natürlich auf Hemdenpappe) mithilfe von Fineliner und einer Spur Rot Landschaften mit winzigen Häusern herausgearbeitet hatte.

Nur Schwarz-Weiß war mir zu hell und zu dunkel. Mich hat das "Grau", in seiner vielfarbigen Versprechung gereizt.
 Preussischblau und gebranntes Umbra  kam auf meine Gelliplatte. So wurden sie blaues Grau und rotes Grau, bereichert mit Zinkweiss und Paynesgrau. Und Spuren von Eisenoxydschwarz.

Sehnsucht nach Geborgenheit und Schutz hat für mich viel mit dem Advent zu tun. 



 Nun freue ich mich auf die restlichen Karten, einige scheinen noch in der Flut der Weihnachtspost festzustecken...